Job-Ghosting – Von der plötzlichen Funkstille im Bewerbungsverfahren 1

Job-Ghosting – Von der plötzlichen Funkstille im Bewerbungsverfahren

Eigentlich hatten Sie ein gutes Gefühl: Das Bewerbungsgespräch haben Sie hinter sich gebracht, der Personaler hat Ihnen versichert, er würde sich in den nächsten Tagen zurückmelden. Aber so sehr Sie auch auf einen Anruf hoffen – Sie warten vergeblich. Oder ist es umgekehrt? Der Bewerber hat Ihnen eine Bewerbung zugesandt, beim ersten persönlichen Kennenlernen überzeugt – und ist dann untergetaucht? So oder so: In beiden Fällen spricht man vom sogenannten „Job-Ghosting“. Welche Gründe es haben kann, wenn Arbeitgeber oder Bewerber plötzlich nicht mehr erreichbar sind und was Sie in solchen Fällen unternehmen können, möchten wir Ihnen nun erklären.

Woher kommt der Begriff „Ghosting“?

Der Begriff des Ghostings kommt eigentlich gar nicht aus der Arbeitswelt, sondern aus dem Dating-Bereich. Dort spricht man davon, dass jemand „geghostet“ wird, wenn sein Dating-Partner nach anfänglichem Kontakt oder einem persönlichen Treffen einfach nichts mehr von sich hören lässt. Wie vom Erdboden verschluckt meldet er sich dann weder auf Anrufe noch auf Nachrichten zurück.

 

Ganz ähnlich ist es im Bewerbungsverfahren. Nur verschwinden hier Bewerber oder Arbeitgeber für die jeweils andere Partei von der Bildfläche und sind nicht mehr erreichbar.

Warum meldet sich auf einmal niemand mehr?

Wenn der Personaler jeden Kontakt abbricht oder der Bewerber nicht mehr erreichbar ist, ist das ärgerlich und frustrierend. Aber welche Gründe gibt es für dieses Verhalten?

 

Der Bewerber hat einen anderen Job beziehungsweise der Personaler einen anderen Kandidaten gefunden, dem er den Vorzug gibt.

 

Das erste persönliche Gespräch hat beim Personaler oder dem Kandidaten kein weiteres Interesse geweckt. Der Arbeitgeber beziehungsweise der Bewerber stellen sich als unpassend oder uninteressant.

 

Das Unternehmen ist überlastet, zum Beispiel weil es keine eigene HR-Abteilung hat, Krankheiten oder Umzüge den Ablauf durcheinanderbringen. Überlastung beziehungsweise Überforderung kann übrigens auch ein Grund sein, warum Bewerber sich nicht zurückmelden. Das kann an sozialen Unsicherheiten oder dem mangelnden Willen liegen, sich festzulegen. Oder die persönlichen Umstände und Pläne des Kandidaten haben sich verändert und er muss deshalb umplanen.

Warum nicht selbst mal abtauchen?

Im Vorstellungsgespräch hat sich herausgestellt, dass Sie sich ein deutlich höheres Gehalt wünschen, als der Betrieb bereit ist, Ihnen zu zahlen? Der Bewerber erschien im persönlichen Gespräch längst nicht so selbstsicher, wie es sein Bewerbungsschreiben vermuten ließ? Dann sollten Sie sich vermutlich gegen das Unternehmen beziehungsweise den Kandidaten entscheiden. Warum sich also noch melden – vor allem wenn man längst eine bessere Alternative gefunden hat?

 

Abzusagen ist eine Frage der Höflichkeit. Ihr Gegenüber will wissen, woran es ist. So kann man in die Zukunft blicken, Alternativen finden und sogar dazulernen. Denn durch ein begründetes Feedback können beide Parteien sich nur verbessern und erfahren vielleicht sogar, was sie bei zukünftigen Bewerbungsverfahren verbessern können.

 

Darüber hinaus kann man sich mit dem eigenen Abtauchen aber auch spürbare Nachteile einhandeln. Man sollte bedenken, dass Arbeitgeber in einigen Branchen und Regionen besonders gut miteinander vernetzt sind – wenn man sich durch unhöfliches Verhalten bei dem einen disqualifiziert, tut man das häufig auch bei allen anderen. Unter Umständen hat man es dann schwerer, es in die engere Kandidatenauswahl für eine vakante Stelle zu schaffen.

 

Und auch Arbeitgeber bekommen teilweise Probleme, wenn sie „aussortierte“ Kandidaten keiner Rückmeldung würdigen. Denn die Candidate Experience wird heute gerne auf Arbeitgeber-Bewertungsplattformen mit potentiellen zukünftigen Kandidaten geteilt – und die entscheiden sich in der Folge eher gegen das Unternehmen. Gute Bewerber können so schnell zur Mangelware werden.

Was hilft gegen Job-Ghosting?

Gegen Job-Ghosting vorzugehen, ist schwierig. Schließlich kann man – und das gilt beim Ghosting in besonderem Maße – keinen Einfluss auf das Verhalten des Gegenübers nehmen. Um Frust zu vermeiden und positiv bleiben zu können, sollte man selbst aktiv werden und konstruktiv mit der Situation umgehen.

3 Tipps, wenn der Bewerber nicht erreichbar ist

Wenn Ihr Wunschkandidat plötzlich und längerfristig nicht erreichbar ist, sollten Sie sich für einen anderen Kandidaten entscheiden. Für Unternehmen, die nicht die Auswahl zwischen mehreren Bewerbern haben, ist das aber kaum möglich. In diesem Fall gilt es, künftige Ausschreibungen zu überdenken. Unsere Ratschläge gegen Job-Ghosting:

 

Warten Sie ab

Wenn Ihr Bewerber nicht gleich beim ersten Anruf rangeht, kann das viele Gründe haben. Wenn Sie ihm eine Nachricht hinterlassen, wird er sicher zurückrufen. Sie haben es bereits auf allen möglichen Kanälen versucht und der Bewerber lässt auch nach einigen Tagen nichts von sich hören? Dann sollten Sie sich – wenn möglich – für einen anderen Kandidaten entscheiden, der Ihrem Jobangebot mehr Begeisterung entgegenbringt.

 

Kreieren Sie eine Arbeitgebermarke

Um mehr Kandidaten für sich zu begeistern, sollten Sie sich als starke Arbeitgebermarke positionieren. Mit Employer-Branding vermitteln Sie die Werte Ihres Unternehmens eindrücklich, gestalten Stellenausschreibungen attraktiv und geben Bewerbern so die Möglichkeit, sich mit Ihnen zu identifizieren. Das Ergebnis: Mehr passende Bewerbungen. So haben Sie die freie Wahl.

 

Behandeln Sie den Bewerber angemessen

In Zeiten des Fachkräftemangels und des demografischen Wandels können Bewerber sich in vielen Branchen aussuchen, wo sie arbeiten möchten. Unternehmen müssen folglich immer häufiger um qualifiziertes Fachpersonal kämpfen. In diesem Bewusstsein sollten Sie Gespräche mit Bewerbern führen. Das heißt keinesfalls, dass Sie sich dem Bewerber unterordnen oder ihn gar anflehen sollten, für Ihr Unternehmen zu arbeiten. Vielmehr bedeutet es, dass Sie nicht nur erfragen, was Ihr Bewerber zu bieten hat, sondern dass Sie auch darstellen, was die Benefits Ihrer Firma sind.

3 Tipps, wenn der Arbeitgeber nicht erreichbar ist

Wenn selbst Tage nach Ablauf der Rückmelde- oder Bewerbungsfrist kein Anruf vom Unternehmen kommt, können Sie meist davon ausgehen, dass die Stelle bereits anderweitig vergeben ist. Wenn die Bewerbungsfrist abgelaufen ist, sollten Sie dem Personaler noch ein bis zwei Wochen geben, bevor Sie selbst sich bei ihm melden. Sollte man Ihnen, zum Beispiel nach einem persönlichen Gespräch, bereits eine Rückmeldefrist genannt haben, können Sie trotzdem noch zwei bis drei Tage warten, bevor Sie selbst das Unternehmen kontaktieren. Sie können weder per Mail noch per Telefon jemanden erreichen? Auch andere Unternehmen haben schöne Jobs! Und mit den folgenden Tipps bleiben Sie gelassen.

 

  1. Bleiben Sie selbstbewusst

Natürlich sollten Sie sich gerade in einem Bewerbungsprozess immer wieder selbst hinterfragen, damit Sie sich bestmöglich präsentieren können. Wenn sich ein Personaler bei Ihnen aber gar nicht meldet oder nach dem Bewerbungsgespräch untertaucht, sollten Sie das keinesfalls auf sich beziehen. Ein derart respektloses Verhalten hat aller Wahrscheinlichkeit nach nichts mit Ihnen zu tun, sondern spricht gegen das Unternehmen. Entscheiden Sie sich also bewusst gegen die Firma und überlegen Sie, ob Sie für einen Arbeitgeber arbeiten möchten, der seinen Bewerbern nicht einmal eine kurze Absage erteilen kann.

 

 

  1. Stellenanzeigen durchsuchen und Bewertungsportale nutzen

Wenn Sie sich nicht noch bei anderen Unternehmen beworben haben, dann holen Sie das jetzt nach. Suchen Sie nach anderen interessanten Stellenanzeigen und überprüfen Sie in Bewertungsportalen für Arbeitgeber, welche Erfahrungen andere Bewerber mit ihm gemacht haben. Sind diese positiv? Dann können Sie sich auf eine Rückmeldung freuen, wenn Ihre Bewerbung eingegangen ist.

 

  1. Perfektionieren Sie Ihre Bewerbung

Viele tun es, bei Arbeitgebern kommt es aber selten gut an: ein und dieselbe Bewerbung an verschiedene Personaler schicken und lediglich den Firmennamen austauschen. Erfahrene HR’ler merken sofort, ob ein Anschreiben speziell für Ihr Unternehmen verfasst wurde oder ob es sich um einen Einheitstext handelt. Überzeugen Sie also mit einem individuellen Schreiben, in dem Sie Ihre Motivation erläutern, Ihre besonderen Qualifikationen darstellen und sich inhaltlich auf die Stellenausschreibung beziehen.

Der zuverlässige Partner für Bewerber und Unternehmen

advola hilft Ihnen dabei, Job-Ghosting effektiv vorzubeugen. Für Unternehmen finden wir genau die richtigen Mitarbeiter. Zu diesem Zweck stellen wir ein exklusives Experten-Team zur Verfügung, das sich in die Situation und die Werte Ihrer Firma einarbeitet und genau analysiert, welche Kandidaten zu Ihnen passen würden. Im Rahmen der Konzepte „Recruitment Process Outsourcing“ (RPO) und „Rent-a-Recruiter“ können Sie so den gesamten Recruiting-Prozess auslagern beziehungsweise sich Spezialisten für Recruiting „mieten“. Dabei arbeiten wir stets mithilfe digitaler Tools, die uns und Ihnen dabei helfen, den Überblick zu bewahren und die Transparenz aller Vorgänge zu garantieren. Darüber hinaus bieten wir Ihnen HR-Consulting, das Sie beispielsweise dabei unterstützt, im Rahmen des Employer-Brandings eine eigene Arbeitgebermarke aufzubauen. Zudem suchen wir für Sie aktiv nach passenden Kandidaten (Active Sourcing), optimieren die Candidate Journey und Experience und unterstützen Sie auf vielen weiteren Ebenen, damit das Ghosting durch Bewerber für Sie zukünftig der Vergangenheit angehört.

 

Und auch Bewerber können von den Leistungen von advola profitieren. Wir begleiten Sie gerne persönlich auf Ihrem Karriereweg und machen es Ihnen leicht, einen Job zu finden, der genau zu Ihnen passt. Denn wir legen großen Wert darauf, dass Sie bei uns keine langen Wartezeiten hinnehmen müssen – alles funktioniert zügig und mit wenigen Klicks. Außerdem kooperieren wir mit Top-Unternehmen und agieren mit transparenten und fairen Prozessen. So wissen Sie immer, woran Sie sind und erhalten schnell ein Feedback.